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Auszug aus: Aus dem Land des roten Königs

Die Nixe und der Drache

Jedes Jahr zur Sommersonnenwende wird in Violas Garten gefeiert. Viola ist die Frau mit dem Strohhut. Ihr gehört der Garten. Sie hat die Blumen, Bäume und Sträucher gepflanzt und Zwerge aus Ton unter die Büsche gestellt, Eulen aus Marmor auf die Mauer gesetzt, Elfen aus Holz in die Bäume gehängt und eine steinerne Frau unter den Kirschbaum gebracht. Die Frau aus Stein heißt Eva und hält ihre Schürze hoch. Darin steht das Wasser vom letzten Regen. Es dient den Vögeln für die Morgenwäsche. Die Amsel, das Rotkehlchen und die Meisen tummeln sich und nehmen auch gerne einen großen Schluck daraus.

Die schönste aber ist die Nixe im Seerosenteich. Sie ist aus weißem Marmor und sitzt mitten im Wasser auf einem Felsen.

Alle Vorbereitungen sind schon getroffen, morgen soll das Fest sein. Viola weiß nichts davon. Wenn die Menschen schlafen wird die Nixe und Eva lebendig und mit ihr all die Zwerge, die Eulen und die Elfen. Sie werden sich unter der Linde hinter den Holunderbüschen versammeln. Auf diesem freien Platz werden sie tanzen, wie jedes Jahr.

Die Glühwürmchen werden um die Tanzfläche schwirren wie Laternen. Die Grillen werden musizieren und die Nachtigall wird dazu singen. Eva freut sich schon riesig auf das Fest. Sogar der Feuersalamander wird mit seiner Frau kommen und die Gartenmäuse bringen die Kinder mit. Es wird ein fröhliches Treiben werden.

Doch dann, oh Graus, sieht Eva nur so ganz aus den Augenwinkeln etwas. „Frau Meise, Frau Meise, was ist das, was dort hinten am Teich steht? Ich kann meinen Kopf noch nicht drehen, bin noch hart wie Stein.“

Frau Meise setzt sich auf Evas Schulter. „Es ist ein wasserspeiender Drache mit spitzen Ohren, einem schrecklich großen Maul und scharfen Zähnen. Seine Augen sind so groß wie Äpfel. Seine Füße haben lange Krallen. Scharf sind sie wie Messer.

„Das ist ja furchtbar! Das ist eine Katastrophe!“, ruft Eva. Alle Gartenbewohner horchen auf. Sie laufen herbei. Der Igel mit seinen kleinen Füßen rennt und ruft: „Was ist passiert?“, die Schnecken recken sich und fragen: „Waas haat Evaaa?“ Alle, alle kommen sie und fragen: „Was ist, was ist?“

„Ein Drache ist am Teich. Seit wann ist ein Drache am Teich? Wenn unser Fest beginnt und er aufwacht, wird er uns mit seinen großen Zähnen zerfleischen. Nixe sag, seit wann ist der Drache dort bei dir. Zuerst wird er dich im Teich fressen, wenn du aus dem Wasser steigst. Er wird dich verschlungen haben, noch bevor deine Flossen zu Füßen werden.“ Dann wird er zur Tanzfläche kommen und die Tänzer jagen. Wehe dem, der dann nicht schnell genug fort ist. Wir müssen unser Fest absagen. Es ist viel zu gefährlich für uns. Wir bleiben besser Stein, Ton, Marmor und Holz.“

„Oh nein, oh nein! Was sagst du da Eva?“, ruft die Nixe.

„Das ist traurig, wir haben uns so auf das Fest gefreut“, piepsen die Mäusekinder.

„Ihr könnt in eure Mauslöcher verschwinden“, schimpft Eva, „unter das Gartenhaus, in die Steinmauer. Aber wo sollen wir hingehen? 

Lyrik für Kinder

Auszug aus Violas Welt, Lyrikspaß für Kinder
Pantoffeltierchen  - geteilter Spaß

 

Im Tümpel bei der Gartentür

lebt Neutrum, ein Pantoffeltier.

Es ist kein Mann und keine Frau,

ja, es weiß selber nicht genau

was es denn ist.

So ein Mist!

 

Es fühlt sich hier doch sehr allein

nur eine Zelle, wie gemein.

Es schwimmt und sucht und schwimmt,

auf, dass es noch ein andres find.

Doch da ist nix.

Verflixt.

 

Es spricht zu sich Pantoffeltier:

„Ich bleibe nicht alleine hier,

schnür mich in der Mitte ein,

teile mich und bin zu zweien.

Der erste Streit

ist nicht mehr weit.

 

Im Tümpel an der Gartentüre

sind nun zwei Pantoffeltiere.

Wer ist der Mann und wer die Frau?

Keiner von beiden weiß genau

wer wer nun ist.

schon wieder Mist!

 

Weil sie so um Rollen streiten

ist einer nötig, der bei Zeiten

die wichtige Entscheidung fällt,

wer wer nun ist in dieser Welt.

Frau oder Mann?

Na dann!

 

Im Tümpel an der Gartentüre

teilen sich zwei Pantoffeltiere.

Jeder hat sich eingeschnürt

Keiner weiß wohin das führt.

Halbiert

zu viert.

 

Das löst wohl doch noch kein Problem,

doch ist es äußerst angenehm.

Der Tümpel an der Gartentüre

hat nun vier Pantoffeltiere.

Doch wer genau

ist die Frau?

 

Sie teilen sich andauernd weiter

ohne Antwort, aber heiter,

auf die Frage nach dem Mann

oder der Frau, die alles kann.

Sie haben Spaß

das war’s.

 

Irgendwann ist’s ihnen gleich

wer wer ist hier im Tümpelreich.

Sie feiern, tanzen, teilen sich

oder auch nicht.

Ist keine Pflicht

Nee, nicht!



 Jugendroman

Klappentext  Jo, ich halte zu dir (Roman):
 Jos Leben besteht seit ihrem 10. Lebensjahr aus Chaos und Einsamkeit. Sie versorgt ihren Halbruder und die depressiv alkoholkranke Mutter, sorgt dafür, dass nichts nach außen in die Öffentlichkeit dringt. 

Nach dem Suizid der Mutter eskaliert die Beziehung zu ihrem Stiefvater, der ihr Erbe und damit all ihren Familienerinnerungen zu Geld machen will. Trotz ihrer Trauer und Wut sorgt sie sich auch noch um ihren Halbbruder Jochen. Es ist auch sein Erbe, sein Haus der Großeltern in dem er aufgewachsen ist. Ein Jahr muss Jo Martin aufhalten und sich allein durchschlagen, dann ist sie volljährig. 

Aber gerade in dieser Zeit verliebt sie sich in Max aus der Trauergruppe. Mit Chaos im Kopf und im Herzen und unter dem Druck des Stiefvaters scheint alles zu zerbrechen. Als nichts mehr geht trifft sie zum dritten Mal auf Hanna, eine ältere Dame. Die bietet ihr ihre Hilfe an. Doch kann die alte Frau ihr helfen? Wer ist sie? Ist sie Mutter Theresa oder eine Psychopathin? Zwölf Monate! Wird sie es schaffen ihre Wurzeln, mit allen Erinnerungen an die Großeltern und die Mutter, gegen den Stiefvater zu verteidigen? Hat sie mit Max eine gemeinsame Zukunft oder sind seine eigenen Probleme so groß, dass ihr Liebe daran zerbricht?